Sankt Marxer Friedhof

 

Friedhof St.Marx

Der Sankt Marxer Friedhof wurde 1874 geschlossen und steht unter Denkmalschutz.

Er ist der ältester Biedermeier-Friedhof der Welt und
besonders stimmungsvoll an nebligen Herbsttagen (aber auch bei Schönwetter extrem schön).

Besonders empfehlenswert- das „Grab der beiden Totengräber“: beide mit der selben Frau  verheiratet- beide starben wurden von ihr „innigst betrauert“ von ihr.  Frau Theresia liegt übrigens nicht in dem Grab, vermutlich hatte sie dann genug von Totengräbern.

 

Das zweite Sehenswerte auf den Friedhof,  die W.A.Mozart-Säule, ist allerdings ein echter Fake: die Säule steht irgendwo, und nicht an der Stelle, wo W.A.Mozart bestattet wurde oder seine Gebeine heute liegen.

Die verbindende Geschichte: Der Joseph Rothmeyer (der innist betrauerte Totengräber #1 aus dem Grab) war jener Totengräber, der Wolfgang Amadeus Mozart dareinst in einem Massengrab beerdigte. Wo es genau lag, wusste eigentlich nur er.
Als das Massengrab 8 Jahre nach dem Tod Mozarts aufgelassen und ausgehoben wurde hat dieser Joseph Rothmeyer dann einen Schädel entnommen- von dem er annahm, dass es der Schädel von W.A.Mozart wäre.

Der Geschichte nach, gibt Rothmeyer den Schädel an Joseph Löffler (dem innigst betrauerte Totengräber#2) , danach stirbt Rothmeyer wird von Löffler bestattet undLöffler heiratet die Witwe.

Den Schädel gibt Löffler weiter, und dieser landet in Naturhistorische Museum, Wien, wo er heute noch in der Sammlung liegt. Löffler selbst landet bei seinem Kollegen und Vorgänger bei  Frau Theresia im Grab.

Also für jene, die die morbide Stimmung eines waschechten Wiener Friedhofs mögen: ein echtes Schmankerl, allerdings kein Ort der Ruhe (die Südosttangente und der Flughafen sind lärmende Zeugen der Gegenwart)

Erreichbarkeit: von der Kirche mit der U3 zur Rochusgasse und dann weiter mit dem Bus 74A bis Hoffmansthalgasse- Fahrzeit 47 Minuten (dafür: ist es dann bis zur Tafel nur mehr eine Station mit dem Bus, oder knappe 10 Gehminuten)